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Arbeitsgruppen und Seminare 2017

Seminar VIII von Jacques Lacan, Die Übertragung 1960-1961

„Sprechen über und mit Begriffen der Psychoanalyse". 

Eine Art, den Begriffen näher zu kommen: sie benutzen, sie sprechen, übersetzen und besprechen, notieren, an Bekanntes anlagern und befremden. Im Seminar VIII von Jacques Lacan geht es um die Übertragung. „Ausgangspunkt ist das Gastmahl von Platon, jener rätselhaften Zusammenkunft in der griechischen Antike, in der man speiste, debattierte und nach festgelegten Riten möglichst nicht zu viel trank, nach Lacans Ansicht, weil man noch einen Kater vom Vorabend hatte oder eben nicht, schwierig zu ermitteln, vor allem aber um sich in illustrer Runde zu vergnügen. Wie jeder weiß geht es hier um die Liebe, genauer, wie in der antiken griechischen Mythologie üblich um die Knabenliebe." (Klappentext der Übersetzung von Gondek). Wir werden auch bei Freud und anderswo nachlesen.

Einstieg ist jederzeit möglich. 

Kosten: für Mitglieder der Freud Lacan Gesellschaft  sowie der Psychoanalytischen Bibliothek, Berlin, frei. Oder „Freund der Bibliothek" werden (10,- € jeden Monat auf das Konto der Bibliothek überweisen) - als „Freund der Bibliothek" frei. Oder einen Seminar-Beitrag von 25,- € auf das Konto der Freud Lacan Gesellschaft  Berlin überweisen. 

Veranstalter: Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin

Leitung: Karl-Josef Pazzini (pazzini@gmx.de), Georgette Schosseler-Prum (georgette.schosseler@gmail.com)

Anmeldung erforderlich!




Sublimierung, Gewalt und die politische Kraft der Paranoia

 
Ein öffentliches Seminar der Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin
Leitung: Claus-Dieter Rath
 
Samstag, 22. April 2017, 17-19h : 

Sublimierung und Narzissmus in der psychoanalytischen Praxis und im Sozialen 

 

EINIGE BEZUGSPUNKTE:

"Es ist sicher, daß wir im normalen Seelenleben (und nicht nur in der Trauer) beständig [...] Loslösungen der Libido von Personen oder anderen Objekten vollziehen, ohne dabei zu erkranken. [...] Die Libidolösung an und für sich kann also nicht das Pathogene bei der Paranoia sein, es bedarf eines besonderen Charakters, der die paranoische Ablösung der Libido von anderen Arten des nämlichen Vorganges unterscheiden kann. [...] Normalerweise suchen wir sofort einen Ersatz für die aufgehobene Anheftung; bis dieser Ersatz geglückt ist, erhalten wir die freie Libido in der Psyche schwebend, wo sie Spannungen ergibt und die Stimmung beeinflußt; in der Hysterie verwandelt sich der befreite Libidobetrag in körperliche Innervationen oder in Angst. Bei der Paranoia aber haben wir ein klinisches Anzeichen dafür, daß die dem Objekt entzogene Libido einer besonderen Verwendung zugeführt wird. Wir erinnern uns daran, daß die meisten Fälle von Paranoia ein Stück Größenwahn zeigen, und daß der Größenwahn für sich allein eine Paranoia konstituieren kann. Daraus wollen wir schließen, daß die frei gewordene Libido bei der Paranoia zum Ich geschlagen, zur Ichvergrößerung verwendet wird. Damit ist das aus der Entwicklung der Libido bekannte Stadium des Narzißmus wieder erreicht, in welchem das eigene Ich das einzige Sexualobjekt war. Dieser klinischen Aussage wegen nehmen wir an, daß die Paranoischen eine Fixierung im Narzißmus mitgebracht haben, und sprechen wir aus, daß der Rückschritt von der sublimierten Homosexualität bis zum Narzißmus den Betrag der für die Paranoia charakteristischen Regression angibt."

Sigmund Freud (1911c [1910]): Über einen autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia paranoides), Kap. III "Über den paranoischen Mechanismus",  GW 8, S. 309f.; SA 7, S. 193f.

 

"Von der Begründung der narzißtischen, reichlich mit Geringschätzung versetzten Ablehnung des Weibes durch den Mann glaubt die Psychoanalyse ein Hauptstück erraten zu haben, indem sie auf den Kastrationskomplex und dessen Einfluß auf die Beurteilung des Weibes verweist." 

Tabu der Virginität (1918), GW XII, S. 169, SA 5, S. 218f.

 

"Die narzißtische Befriedigung aus dem Kulturideal gehört auch zu jenen Mächten, die der Kulturfeindschaft innerhalb des Kulturkreises erfolgreich entgegenwirken. Nicht nur die bevorzugten Klassen, welche die Wohltaten dieser Kultur genießen, sondern auch die Unterdrückten können an ihr Anteil haben, indem die Berechtigung, die Außenstehenden zu verachten, sie für die Beeinträchtigung in ihrem eigenen Kreis entschädigt. Man ist zwar ein elender, von Schulden und Kriegsdiensten geplagter Plebejer, aber dafür ist man Römer, hat seinen Anteil an der Aufgabe, andere Nationen zu beherrschen und ihnen Gesetze vorzuschreiben."

Die Zukunft einer Illusion (1927), GW  XIV, S. 335, SA 9, S. 145f.

 

"Es wird den Menschen offenbar nicht leicht, auf die Befriedigung dieser ihrer Aggressionsneigung zu verzichten; sie fühlen sich nicht wohl dabei. Der Vorteil eines kleineren Kulturkreises, daß er dem Trieb einen Ausweg an der Befeindung der Außenstehenden gestattet, ist nicht geringzuschätzen. Es ist immer möglich, eine größere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn nur andere für die Äußerung der Aggression übrig bleiben."

Das Unbehagen in der Kultur (1929/1930), GW  XIV, S. 474, SA 9 S. 241f.

 

Wie begegnet uns heute Gewalt – im Sinn von violence, pouvoir, puissance, maitrise, autorité, contrôle – in den uns bekannten gesellschaftlichen Zusammenhängen und im Licht der psychoanalytischen Theorie der Sexual- und Destruktionstriebe? 

Von klinischen Erfahrungen und der politischen Gegenwart her untersuchen wir die Bildung der menschlichen "Arbeitsgemeinschaft" und die Gewaltbereitschaft der Menschen.
Ein Schwerpunkt dabei ist Freuds Konzeption der Paranoia: sie sei Folge einer Rückbildung der Sublimierungen, aus der eine Sexualisierung der "sozialen Triebbesetzungen" folge; ein Rückschritt, eine Regression, "von der sublimierten Homosexualität bis zum Narzissmus". Mitmenschen werden dann zu Objekten "vollsexueller" Strebungen und dies verkehrt die paranoische Art der Abwehr in "Der andere verfolgt mich" (vgl. Kap. 3 der Studie über Schreber, 1911). 
Hieraus ergeben sich reale Verfolgungs- und Gewaltpraktiken, die sich neuester Kommunikationsmittel bedienen.
Welche Versagungen (auch sozialer Art) wirken heute auf die "sozialen Triebbesetzungen" der Einzelnen ein, welche Libidosteigerungen und weiteren Triebschicksale erfahren sie und um welche Art der Sexualisierung geht es in der Paranoia des aktuellen politischen Lebens? Aufbegehren gegen neue Ausformungen des kulturellen Ichideals, Enttabuisierung, Grenzziehungen neuer Gemütlichkeit, Ablehnung aller Arten von Repräsentation und Unmittelbarkeitsforderungen, Konstruktion von Sündenböcken, Lust am Kasernenton, digitale Hetzmassen, ....
 
Weitere Seminartermine:
13. Mai: Frank Grohmann: Ins Gesicht geschrieben. Von den Spuren der Sublimierung – Sigmund Freud in der National Portrait Gallery in London.

Samstag 17. Juni u. Sonntag 18. Juni
Ralph Weber: Über die Erhebung des Objekts und das Leiden am Signifikanten. Das Problem der Sublimierung aus dem Seminar VII – Die Ethik der Psychoanalyse – von J. Lacan.

---------- Juli u. August Sommerpause -----------------

Samstag 9. September u. Sonntag 10. September
(U.a. Vorstellung u. Diskussion von Entwürfen für Vorträge beim Kongress am 8.-10. Dez.)

14. Oktober

18. November

8. – 10. Dezember: Kongress der FLG "Sublimierung und Gewalt" 
(Universität der Künste, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin)
 
Ort: Psychoanalytische Bibliothek Berlin
Hardenbergstr. 9, 10623 Berlin (Hinterhaus, Erdgeschoss). (www.psybi-berlin.de)
U2 Ernst-Reuter-Platz, S Savignyplatz, S, U2, U9 Zoologischer Garten
 
Teilnahmegebühren (neue Regelung): Wer nicht Mitglied der Freud-Lacan-Gesellschaft (FLG) ist, bezahlt 10€ pro Sitzung (Studenten u. Arbeitslose 5€).
 

Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, RathCD@aol.com

 


  

Séminaire livre I, Jacques Lacan. Les écrits techniques de Freud. (1953-1954).

Am Freitag, 27. Januar 2017, von 19:00 bis 21:00 Uhr ( rue d'Anvers 14, Luxemburg)

Le Séminaire, livre I Les écrits techniques de Freud : Texte établi par Jacques-Alain Miller

Le maître interrompt le silence par n'importe quoi, un sarcasme, un coup de pied. C'est ainsi que procède dans la recherche du sens un maître bouddhiste, selon la technique zen, car il appartient aux élèves eux-mêmes de chercher la réponse à leurs propres questions. Le maître n'enseigne pas ex cathedra une science toute faite, il apporte la réponse quand les élèves sont sur le point de la trouver. Cet enseignement est refus de tout système. Il découvre une pensée en mouvement - prête néanmoins au système, car elle présente nécessairement une face dogmatique. La pensée de Freud est la plus perpétuellement ouverte à la révision. C'est une erreur de la réduire à des mots usés. Chaque notion y possède sa vie propre. C'est ce qu'on appelle précisément la dialectique. (Ouverture du Séminaire)


Infos pratiques

Les rendez-vous sont prévus pour chaque dernier vendredi du mois. Les débats se font en luxembourgeois, en allemand et en français.

Dates pour l’année 2016: 29.01 / 26.02 / 25.03 / 29.04 / 27.05 / 24.06 --- 30.09 / 28.10 / 25.11

Dates pour l'année 2017: 27.01 / 24.02 / 31.3 / 28.04 / 26.05 / 30.06 / 28.07 / 25.08 / 29.09 / 27.10 / 24.11 / 29.12 .

Adresse:14, rue d’Anvers, (Place de Paris), L- 1130 Luxembourg

Renseignements et inscription: +352 621 24 35 47 / +49 (0)162 100 88 99

(Veranstalter: Freud-Lacan-Gesellschaft, Berlin)

 

  

_ L'étourdit _ Texte de Jacques Lacan, 1972. Lektüregruppe in französischer Sprache.

„Les-tours-dits de Lacan illustrent à l'envi la différance, le trait unaire (signifiant), l'objet du désir de l'analyste qui ne se situe pas dans les dits et entendus, ni dans le discours de l'analyse (qui tient analyste et analysant, plus qu'il n'est par eux produit), mais dans le dire de ce dernier, lorsque se tarissent les associations, lorsque, épuisée la signification (imaginaire), et asséché le sens ( symbolique), il bute sur le réel, sur l'ab-sens qui est coupure: sexe („il n'y a pas de rapport sexuel"), dans l'épiphanie du transfert et de son semblant." (Christian Fierens, „Le discours psychanalytique: Une deuxième lecture de L'étourdit")

Textgrundlage: Jacques Lacan (1972): „L'étourdit" in: „Autres écrits", Éditions du Seuil, Paris.

Beginn: Donnerstag, dem 12. Januar von 19:00 bis 21:00Uhr.

Monatlicher Turnus

Anmeldung erforderlich!

Adresse: Psychoanalytische Bibliothek Berlin_ Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan. Hardenbergstr. 9 10623 Berlin.

Leitung: Georgette Schosseler-Prum (georgette.schosseler@gmail.com)

Kosten: für Mitglieder der FLG sowie der PsyBi frei. Oder „Freund der Bibliothek" werden (10,- € jeden Monat auf das Konto der Bibliothek überweisen) - als „Freund der Bibliothek" frei. Oder einen Seminar-Beitrag von 25,- € auf das Konto der FLG überweisen.

Veranstalter: Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin

 


 

Arbeitsgruppe: Lacans Seminar

Initiatorinnen: Christiane Buhmann, Ilsabe Witte

Wir lesen von J.Lacan das Seminar 6: Das Begehren und seine Deutung.

Neue Teilnehmer sind willkommen.

Termine / Ort: Die Treffen finden etwa alle drei Wochen abwechselnd bei einzelnen Teilnehmern statt.

Kosten: frei für Mitglieder,  25.- €  für Nichtmitglieder / Veranstaltungsjahr

Kontakt: Christiane Buhmann, Tel. 030 2135263; Ilsabe Witte, Tel. 030 7849781