
Leitung: Claus-Dieter Rath, Berlin
Etwa alle vier Wochen, jeweils samstags 17–19 Uhr
Beginn: 16. Januar 2010; weitere Termine 20. Februar, 13. März, 17. April, 8. Mai, 5. Juni 2010
Veranstalter: FLG – Freud-Lacan-Gesellschaft, Berlin / AFP – Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse
Maison de France Berlin (4. Stock), Kurfürstendamm 211 (Ecke Uhlandstraße).
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, Tel. 030/881 91 94
Seminar-Handy mit Mailbox: 0160 / 658 33 40, E-Mail: RathCD@aol.com
Anhand einiger Texte und eigener Erfahrungen mit der psychoanalytischen Kur werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wie es kommt, dass eine Psychoanalyse zu Veränderungen in der Libidoökonomie, der Stellung zum Anderen u.a. führt, und worin konkret das Wirken und dier Wirkung einer Psychoanalyse besteht.
Ausgangspunkt ist das von vier Analytikern unterschiedlicher Orientierung verfasste Buch Ce qui est opérant dans la cure. Des psychanalystes en débat, Édition érès 2008.
Es ist Ergebnis eines mehrjährigen Austauschs zwischen den Autoren (Lina Balestriere, Jacqueline Godfrind, Jean-Pierre Lebrun, Pierre Malengreau). Jeder von ihnen stellt seine persönlichen Auffassungen von dem, was in der Kur wirkt, dar, gefolgt von einer ausführlichen Diskussion mit den Koautoren. Sie setzen sich dabei auch mit neuen Leiden und neuartigen Anfragen an den Analytiker auseinander.
(Einzelne Passagen werden ins Deutsche übersetzt, sodaß Französischkenntnisse nicht unabdingbar sind.)
Initiatoren: Hannelore May, Bernhard Schwaiger, Cornelius Tauber
Die Arbeit wird im neuen Jahr fortgesetzt. Im ersten Quartal beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit Lacans Konstruktion des kapitalistischen Diskurses;
im zweiten Quartal wird die Verwendung des Begriffs "Fetischismus" bei Marx und Freud untersucht.
Nächste Termine: Samstag 30.1., 27.2. und 20.3.2010 jeweils 15 bis 18 Uhr.
Ort: wechselnd, bitte nachfragen.
Um Voranmeldung wird gebeten
Kontakt: Cornelius Tauber, Tel. 030 41 714 491; Hannelore May, Tel.
030 852 06 70
Jacques Lacan: Seminar VII. Die Ethik der Psychoanalyse
Christiane Buhmann, Ilsabe Witte
Ort: Fuggerstr. 33, 10777 Berlin
Termine in der Regel am Freitag
Um Anmeldung wird gebeten
Tel.: 030-213 52 63
Zeit: Samstag 17h-19h, etwa ein Mal im Monat
Ort: Maison de France Berlin (4. Stock), Kurfürstendamm 211 (Ecke Uhlandstraße).
Termine: 17.1., 21.2., 7.3., 25.4., 9.5., 20.6., 22.8, 5.9, 10.10., 7.11.
12./13.9.09. Arbeitstagung AFP/FLG
4.-6.12.09 FLG-Kongress „Kulturarbeit“
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, Tel. 030 / 881 91 94
Seminar-Handy mit Mailbox 0160 / 658 33 40.
e-mail: RathCD@aol.com
Zwischen 1900 und 1932 gebraucht Sigmund Freud mehrfach den Begriff „Kulturarbeit“: in der Traumdeutung (1900) fällt sie mit der Vertreibung aus dem Paradies und dem Beginn des Geschlechtslebens zusammen, in Die »kulturelle« Sexualmoralmoderne Nervosität (1908) mit dem Triebschicksal „Sublimierung“, in Zukunft einer Illusion und Das Unbehagen in der Kultur (1927 / 1929) hat sie wesentlichen Anteil an der gegenseitigen Bindung der Mitglieder einer Gesellschaft, 1932 schließlich, in seiner Vorlesung über Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit, bringt Freud sie ins Bild der Trockenlegung der Zuydersee, verbunden mit dem – sehr unterschiedlich interpretierten – Satz „Wo Es war, soll Ich werden“.
Die Freudsche „Kulturarbeit“ passiert in einer psychoanalytischen Kur; dieser Begriff unterscheidet sich also von seinem heute gängigen Verständnis einer Kulturvermittlung an bestimmte Bevölkerungsgruppen. Zugleich sind die konkrete historische Subjektivität, die Strukturierung der Psyche sowie das Entstehen der Psychoanalyse und der psychoanalytischen Kur selbst Resultat von Kulturarbeit.
In dem Seminar wird die Lektüre dieser Freudschen Texte verknüpft mit klinischen, metapsychologischen, kulturhistorischen und politischen Untersuchungen zu Fragen wie: historische Subjektivität. Objektive und subjektive Kultur (deren Dialektik Georg Simmel in einem der letzten Kapitel seiner 1900 erschienenen Philosophie des Geldes entwickelt).
Wie wird Psyche behandelt – d.h. konzipiert, gedacht, und auf sie eingewirkt. An welchen Zielen orientieren sich die Psychoanalyse und unterschiedliche Psychotherapien? Sublimierung als Wert.
Funktion der 1932 einsetzenden Trockenlegung der Zuydersee für Freuds Metaphorik. Vergleich mit anderen Großprojekten jener Zeit: Elektrifizierung der Sowjetunion, Bonifica der Pontinischen Sümpfe, Tennesee Valley Authority, Reichsautobahn (vgl. Wolfgang Schivelbusch: Entfernte Verwandtschaft: Faschismus, Nationalsozialismus, New Deal 1933 – 1939).
Kulturelle und politische Funktionszuweisungen an die Psychoanalyse (als Teil der psychohygienischen Versorgung, zur Reproduktion der Arbeitskraft, …)
Die Psychoanalyse und Michel Foucaults Konzept der „Sorge um sich“ (souci de soi; Sexualität und Wahrheit, Bd. 3).
Initiatoren: Hannelore May, Bernhard Schwaiger und Cornelius Tauber
Um Voranmeldung wird gebeten
Kontakt: Cornelius Tauber, Tel. 030 41 714 491; Hannelore May, Tel. 030 852 06 70
Programmplanung:
| Sitzung | Thema/ Literatur | Ort | Datum |
| 1 | Pierre Klossowski, Die lebende Münze* | S-Café | 10.01.09 |
| 2 | Marcel Ritter , Vortrag: Die Einführung des Genießens bei Lacan ** | Praxis in der Schliemanstraße | 14.02.09 |
| 3 | Jacques Lacan, Genießen (mögliche Ansatzpunkte: Lustprinzip ./. Genießen, Konzeption des Todestriebs, das Objekt klein a, ...) |
Büro Tauber | 14.03.09 |
| 4 | Georges Bataille, Die Aufhebung der Ökonomie | S-Café | 04.04.09 |
| 5 | Bataille, Fortsetzung und Marcel Mauss, Die Gabe | Praxis in der Schliemanstraße | 02.05.09 |
| 6 | n.n. | Büro Tauber | 06.06.09 |
| 7 | Karl Marx, Das Kapital | S-Café | 29.08.09 |
| 8 | Marx, Kapital und Der achtzehnte Brumaire des Louis Napoleon | Praxis in der Schliemanstraße | 19.09.09 |
| 9 | Lacan, Der „kapitalistische Diskurs“*** | Büro Tauber | 17.10.09 |
| 10 | Schlussdiskussion | S-Café | 07.11.09 |
* Das Buch kann entweder direkt über den Kadmos Verlag oder über Amazon zum Preis von 7,50€ (gebundene Ausgabe) erworben werden.
** Der Text wird von den Initiatoren zur Verfügung gestellt.
*** Der Text ist im Internet zugänglich: http://www.ml-werke.de/marxengels/me08_115.htm#Kapitel%20II
Veranstaltungsorte:
S-Café Friedenau, Bahnhofstraße 4c,12159 Berlin (am S-Bahnhof Friedenau: S1 Bahnhof Friedenau, S4 Innsbrucker Platz; U4 Innsbrucker Platz, U9 Friedrich-Wilhelm Platz)
Praxis in der Schliemannstr. 13 in 10437 Berlin (U-Bahn Linie 2, Eberswalder Straße, Tramlinie M10, Husemannstraße)
Architekturbüro Liebscher-Tauber und Tauber, Anklamer Str. 12 (EG) in 10115 Berlin (U-Bahn Linie 8, Bernauerstraße, Tramlinien M8 und 12, Pappelplatz mit Umsteigemöglichkeit zur S1 und S2 Nordbahnhof)
Zur Veranstaltung:
"Der kapitalistische Diskurs ist etwas ganz Tückisches", sagte Jacques Lacan 1972 bei einem Vortrag in Mailand. "Alles läuft wie am Schnürchen, besser könnte es nicht laufen. Aber es läuft einfach zu schnell, es verschleißt sich, und verschleißt sich so sehr, dass es sich verzehrt."
Dieser fünfte Diskurs interessiert uns. Hilft Marx, diesen letzten, von Lacan wenig ausgearbeiteten Diskurs zu begreifen? Geht es überhaupt um die kapitalistische Produktionsweise mit Mehrwert und Profit? Könnte Bataille, der sich auf Levi-Strauss und Marcel Mauss stützt und mit Lacan gesprochen hat, in seiner "Die Aufhebung der Ökonomie" uns Orientierung geben? Sprechen die drei (Bataille, Lacan, Marx) in ihren Texten überhaupt zueinander? Es sind also theoretische Fragen, aber nicht ohne Bezug zu aktueller Finanzkrise.
Wir verstehen die Veranstaltung als eine regelmäßig tagende Arbeitsgruppe (ca. 1 Termin im Monat à 3 Stunden), in der die angesprochenen Texte von allen Teilnehmern zur Vorbereitung der Treffen gelesen werden sollen. In einzelnen Fällen werden hierzu gesonderte Auszüge oder Schwerpunkte festgelegt.
Ort: August-Aichhorn-Institut, Görlitzer Str. 57, Berlin-Kreuzberg
( Ab Herbst 09 Villa Oppenheim, Schloßtrasse 55, 14059 Berlin)
Termine: Samstags 17h oder Donnerstags 19h in ca. 3wöchigem Rhythmus. Termine werden einzeln bekannt gegeben. Um Voranmeldung wird gebeten. Eine regelmäßige Teilnahme ist erwünscht. Es können aber auch spezielle Themenblöcke oder Einzeltermine wahrgenommen werden.
Kontakt/ Organisation: Achim Perner, Susanne Hübner,
E-Mail: ak@kunst-und-psychoanalyse.de
Seit Freud ist die überwiegende Mehrzahl der von Psychoanalytikern behandelten Kunstwerke vormodern oder gemäßigt modern, meist gehören sie dem klassischen Bildungskanon an. Zur zeitgenössischen Kunst gibt es fast keine psychoanalytischen Besprechungen. Hat die Psychoanalyse dazu wirklich nichts zu sagen? Vielleicht hat dann die zeitgenössische Kunst der Psychoanalyse einiges zu sagen!?
Wir laden Psychologen, Kunst-, Kultur-, und Geisteswissenschaftler, Kunst- und Kulturschaffende, Galeristen und Ausstellungsmacher, Studenten und natürlich alle Interessenten ein, zu einem interdisziplinären Austausch.
Folgende Termine sind für die nächste Zeit vorgesehen:
Do. 26.3 19h! ( Achtung Terminänderung) - Kants Ästhetik des Erhabenen als Ausgangpunkt für einen psychoanalytischen Zugang zum Einbruch des Traumatischen in der Kunst
Sa. 18.4 17h - Das Traumatische im Werk des Malers Prof. Karl Marx - Bilder aus dem Abgrund unserer Kultur
Do. 14.5 19h - Die Novelle `die Arbeit des Steins´von Hansik Gebert und der Raum der Gleichzeitigkeit aller Vorstellungen ( Veranstaltung im Kontext einer Lesung im Buchhändlerkeller Berlin am 15.5 )
Do. 11.6 19h - "Gaettano oder die Phantasie der Lösbarkeit" Ein Roman von Hansik Gebert gelesen mit dem Konzept des Spiegelstadiums bei Lacan
in Planung: Eduard Hanslicks Theorie des musikalisch Schönen als Entwurf für eine moderne Ästhetik des Materials und des Abstrakten
Für freuen uns über weitere Themenvorschläge unter:
ak@kunst-und-psychoanalyse.de
Die Protokolle der Sitzungen vom ersten Halbjahr 08 finden Sie unten.
Ort: Fuggerstr. 33, 10777 Berlin
Termine in der Regel am Freitag
Um Anmeldung wird gebeten
Tel.: 030 - 213 52 63
Ort: Fuggerstr. 33, 10777 Berlin
Termine in der Regel am Freitag
Um Anmeldung wird gebeten
Tel.: 030 - 213 52 63
Zeit: Samstag 17-19h, etwa einmal im Monat
Ort: Maison de France, Kurfürstendamm / Ecke Uhlandstraße
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, Tel. 030-8819194
Seminar-Handy mit Mailbox: 0160-6583340
e-mail: RathCD@aol.com
Das Buch "Jacques Lacan et la question de la formation des analystes" (etwa 90 Seiten) ist 1983, zwei Jahre nach Lacans Tod bei Le Seuil (Paris) erschienen; es existiert auch eine englische Ausgabe: Jacques Lacan and the Question of Psychoanalytic Training, hg. und übers. von Jacqueline Rose, Verlag: Palgrave Macmillan (Reihe: Language, Discourse, Society), 2000.
Diese Arbeit Safouans, die entscheidende Fragen der Analytikerausbildung erörtert - wie sie sich vor Lacan darstellten und wie Lacan sie neu formuliert und zugleich anders institutionalisiert hat -, soll im Laufe des Jahres 2008 Schritt für Schritt ins Deutsche übersetzt und zugleich diskutiert werden.
26.5. - 19 Uhr: Cindy Sherman - Joan Rivière: Weiblichkeit als Maske - Jacques Lacan: Das Spiegelstadium als Bildner der Ich-Funktion
Ort: August-Aichhorn-Institut, Görlitzer Str. 57, Berlin-Kreuzberg
Kontakt: A. Perner, Tel. 34 76 88 01, C. Tauber, Tel. 41 714 491
Achim Perner:
Einführende Bemerkungen zu Jacques Lacan: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion (Schriften I, S. 61-70) im Hinblick auf die Arbeiten von Cindy Sherman. (Download im PDF Format)
(sehr subjektiv reduzierte Aufzeichnungs- und Erinnerungsspuren der Sitzung vom 8.4.2008, die in jedweder Hinsicht ergänzungsbedürftig sind, nebst einigen dadurch angeregten Gedanken, die sich dem Verf. beim Schreiben ‚allmählich verfertigt’ haben)
Frau Kreutzer hat mit einer Gegenüberstellung von zwei konkurrierenden Lesarten der Arbeiten von Cindy Sherman begonnen, die sich aber nicht ausschließen müssten; die eine bezieht sich auf das Verhältnis von Blick und Repräsentation, die andere auf das von Körperlichkeit und Aggression. Zusammen bilden die zentralen Momente der Abhandlung von Jacques Lacan über das Spiegelstadium, die deshalb zum nächsten Treffen von allen gelesen sein soll. Nachtrag: Ein spannender Zusammenhang ergibt sich, wenn man diese vier Terme in der Manier der ‚lacanschen Algebra’ schreibt:
| Blick | x | Körperlichkeit |
|---|---|---|
| Repräsentation | Aggression |
und damit Photos von Cindy Sherman befragt.
Es folgte eine kurze Darstellung der Entwicklung der Arbeiten von Cindy Sherman, beginnend bei unterschriebenen Familienphotos über ‚gestellte, wohlkomponierte` Photographien in der Art von Filmstills, beides kleinformatig und schwarzweiß, zu den großformartigen Farbbildern, die bei einigen in Kitschverdacht geraten sind, was aber nicht von allen geteilt worden ist. Es gäbe, so wurde gesagt, einen Abstieg von den frühen zu den neuren Arbeiten.
Fragen aller Art haben sich angeschlossen, unterschiedliche Thesen, ein paar genauere gemeinsame Bildbetrachtungen. Kategorien sind genannt worden, die – als ästhetische, nicht als psychologische verstanden – etwas von dem benennen oder gar erschließen können, dass in Shermans Arbeiten begegnet. Z.B. und zuerst das abject (ein von Julia Kristeva geprägter Begriff, der „das Verworfene“ (aber auch das Eklige, das Verwerfliche) bezeichnet. Man kann es als dritten Begriff der Relation Subjekt–Objekt hinzufügen, als das, was aus dieser Relation ausgeschlossen ist, als ein prekäres Drittes. Man kann das schreiben kann als
| Subjekt - Objekt |
| Abjekt |
Man kann im Abjekt (frz. abject) das kleine (a) der lacanschen Algebra mithören, das verlorene (oder gefallene) Objekt, die (unerreichbare) Ursache des Begehrens.
Daran schließen sich an als (wiederum ästhetische und nicht psychologische) Kategorien: das Unheimliche (Freud,)die Krypta (Abraham/Torok), der Choc, das Trauma und der Schrecken (Reik), sowie das Schreckliche und das Entsetzliche, vielleicht auch, was nicht genannt wurde, das Grauen. Sind das, so ließe sich über Sherman hinaus fragen, Kategorien einer zeitgenössischen Ästhetik, die an die Stelle des Schönen oder des Erhabenen getreten sind?1
Und für welche Ästhetik sollten wir uns überhaupt dabei interessieren: die Werk-, die Rezeptions-, die Wirkungs- oder die Produktionsästhetik? Ist letztere angesichts der Tatsache, dass die zeitgenössische Kunst eine Kunst des Verfahrens ist (mit einem schönen Doppelsinn im Deutschen) nicht der angemessene Zugang, und der psychoanalytisch noch am wenigsten beschrittene und darum auch interessanteste? Zu fragen wäre dann nicht nach dem, was wir in den Bildern sehen oder wie sie auf uns wirken, sondern was Cindy Sherman macht.
Frau Kreutzers Satz von der ‚scheiternden Identifikation’ hat dann der weiteren Diskussion die Richtung gegeben. Worunter, wie sie hervorgehoben hat, nicht das künstlerische oder gar persönliche Scheitern von Cindy Sherman zu verstehen sei, sondern ein ästhetisches Konzept. Hier sind dann Fragen, aber auch Missverständnisse und vielleicht Abgründe aufgetaucht, zwischen den Begriffen Identifizierung und Identifikation, aber vielleicht auch zwischen den Diskutanten hinsichtlich der Frage, ob Identifizierungen oder –kationen überhaupt erforderlich oder wünschenswert sind und was eigentlich darunter zu verstehen sei. Identifikation, so ist gesagt worden, sei kein psychoanalytischer Begriff. In der Tat findet sich bei Freud das Wort Identifikation ausweislich des Registers der Gesammelten Werke nicht, wohl aber in allen möglichen Verbindungen die Identifizierung. Allerdings ist der Verf. beim sporadischen Blättern im ehrwürdigen Almanach der Psychoanalyse aus dem Jahr 1929 auf den Titel Identifikation eines zehnjährigen Knaben mit der schwangeren Mutter gestoßen, womit dort nichts anderes gemeint ist als die freudsche Identifizierung. Vielleicht sollten wir, um ein wenig Abstand zu gewinnen, beide Worte zunächst auf sich beruhen lassen und nicht gleich in den Tiefen des Unbewussten bohren, sondern Shermans Spiel mit Identitäten beschreiben. Ob man sich, wenn man mit Identitäten spielt, sich mit diesen identifizieren muss (und wenn ja, in welchem Sinn: So wie der Knabe mit seiner schwangeren Mutter sicher nicht) oder ob man dabei nicht in fremde Rollen schlüpft, um sie z.B. zu persiflieren, sollte man sich vielleicht erst später fragen. Denn diese Frage weist in eine neue Richtung: eine Ästhetik des Performativen. Mit den Clownsbildern von Cindy Sherman wollen wir folgerichtig weitermachen.
Achim Perner
Nächste Sitzung:
Fortsetzung der Diskussion über Cindy Sherman in Verbindung mit einer Lektüre von Jacques Lacan: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, in ders. (1973): Schriften I, S. 61-70.
Außerdem sollen Kopien des Textes von Joan Riviere: Weiblichkeit als Maske vorliegen. Wer eine Kopie dieses Textes möchte, sollte das bald an Achim Perner mailen.
1 Der kanadische Historiker Modris Eksteins läßt in seinem beeindruckenden Buch Tanz über Gräben. Die Geburt der Moderne und der Erste Weltkrieg die Einschreibung der grauenhaften „Fronterlebnisse“ in die ästhetische Sensibilität der Moderne.
Öffentliches Seminar. Geleitet von Claus-Dieter Rath.
Zeit: Samstag 17h-19h, etwa einmal im Monat
Ort: Maison de France, Kurfürstendamm / Ecke Uhlandstraße
Nächste Termine: 22.9., 20.10., 10.11., 8.12.
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Tel. 030/881 91 94
Seminar-Handy mit Mailbox 0160 / 658 33 40
e-mail: RathCD@aol.com
Christiane Buhmann
Ort: Fuggerstr. 33, 10777 Berlin
Termine in der Regel am Freitag
Um Anmeldung wird gebeten
Tel.030 - 213 52 63
Öffentliches Seminar. Geleitet von Claus-Dieter Rath.
Zeit: Samstag 17h-19h, etwa einmal im Monat
Ort: Maison de France, Kurfürstendamm / Ecke Uhlandstraße
Nächste Termine: 17.März, 14.April, 5.Mai, 16.Juni
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, Tel. 030/881 91 94
Seminar-Handy mit Mailbox 0160 / 658 33 40
e-mail: clausrath06@yahoo.de
Landläufig verdrängt man die eigenen Gefühle und die Vergangenheit. Was aber sind die Spezifiken der Freudschen "Verdrängung"? Wie funktioniert sie, von woher wird verdrängt, was wird verdrängt, und wohin drängt es? Geht es um Affekte, um Vorstellungen, um den gesamten Bereich des Sexuellen?
In der englischen Freud-Ausgabe erscheint "Verdrängung" durchweg als repression, d.h. Unterdrückung, und einige Theorien gehen davon aus, daß eine Lockerung der 'kulturellen' und familiären Sexualmoral zur Aufhebung der Verdrängungen führt, ja vielleicht dem Verdrängen überhaupt ein Ende bereitet. Das Unbewußte wird damit ein zu hebendes Unterbewußtes.
Für Freud aber bringt nicht in erster Linie elterlicher und gesellschaftlicher Druck Verdrängung hervor. Sie entspringt -wesentlich komplexer- dem "Urverdrängten" und auch einer "organischen Verdrängung" (besonders des Geruchssinns), und die Symptome sind Formen der Wiederkehr des Verdrängten. Verdrängung, als eine "Versagung der Übersetzung", bedient sich in der Hysterie und in der Zwangsneurose unterschiedlicher Mechanismen (Ersatzbildung, Reaktionsbildung u.a.). Und doch sieht Freud in jeder Neurose ein Mißlingen der Verdrängung.
Was folgt aus diesen verschiedenen Punkten für die Arbeit des Psychoanalytikers (Aufhebung der Verdrängungen?) und für den Status des Begehrens in einer Gesellschaft, die zur Enthemmung bzw. zum Konsum vorgefertigter Genußobjekte aufstachelt (vgl. Herbert Marcuses "repressive Sublimierung" und "repressive Entsublimierung")?
Bei der Erörterung dieser Fragen wird u.a. zurückgegriffen auf Freuds Entwurf einer Psychologie und Das Unbehagen in der Kultur, Jacques Lacans Seminare Die Angst und Encore.
Als vorbereitende Lektüre empfohlen: Freud Die Verdrängung (1915).
Da das Maison de France samstags geschlossen ist, müssen die Teilnehmer pünktlich zwischen 17.00h und 17.15h angekommen sein. Für besondere Fälle hier eine Handy-Nummer, unter der Nachzügler von draußen anrufen können: 0160 / 658 33 40.Ort: Fuggerstr. 33, 10777 Berlin
Termine in der Regel am Freitag
Um Anmeldung wird gebeten
Tel. 030 - 213 52 63
Beginn und nächste Termine: 26.2., 12.3., 9.4.
Ort: Architekturbüro Tauber, Anklamer Str. 12, 10115 Berlin
Anmeldung: Dr. Erik Thomann, Tel.: 030 - 721 37 49
Öffentliches Seminar. Geleitet von Claus-Dieter Rath.
Zeit: Samstag 17h-19h, etwa einmal im Monat
Ort: Maison de France, Kurfürstendamm / Ecke Uhlandstraße
Vorbesprechung: 10. Juni 2006
Weitere Termine: 9.September, 7.Oktober, 11.November, 9.Dezember 2006
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, Tel. 030/881 91 94
Seminar-Handy mit Mailbox 0160 / 658 33 40
e-mail: Diskurserfahrung@aol.com
Ort: Fuggerstr. 33, 10777 Berlin
Fortsetzung des Lektüregruppe aus dem Vorjahr
Termine in der Regel am Freitag
Um Anmeldung wird gebeten
Tel.: 030 - 213 52 63
Beginn und nächste Termine: 26.2., 12.3., 9.4.
Ort: Architekturbüro Tauber, Anklamer Str. 12, 10115 Berlin
Anmeldung: Dr. Erik Thomann, Tel.: 030 - 721 37 49
Diese Veranstaltung soll einen Raum für zwanglose Gespräche über entstehende Arbeiten (Vorträge-, Magister-, Diplom-, Doktorarbeiten o.ä.) eröffnen, die sich mit Freud oder Lacan beschäftigen.
Ort und Termine bei Birgit Althans unter (030) 322 14 24 oder balthans@zedat.fu-berlin.de erfragen.
Seminarleitung: Mitglieder des Ständigen Seminars
Thema: Todestrieb
Freitags 20 Uhr, monatlich, erster Termin: 7.9.2001
Ort: c/o Douka von Bormann, Schloßstraße 48a, 12165 Berlin
aktuelle Termine bei Erik Thomann, Tel. (030) 721 37 49 erfragen.
In unverbindlicher Folge sollen psychoanalytische Grundbegriffe wie 'Sublimierung', 'Regression', 'Objekt a', 'Kastration' u.ä. diskutiert werden.
In den kommenden beiden Semestern soll der 'Todestrieb' im Mittelpunkt unseres Interesses stehen.
In unverbindlicher Folge sollen psychoanalytische Grundbegriffe wie 'Sublimierung', 'Objekt a', ‘'Regression', 'Kastration'... besprochen werden.
Claus von Bormann
Helena Douka von Bormann