Erster Teil (14:30-15:30 Uhr): Seminar “Das Eigene des Falles / Le Trait du Cas”
Eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer aus jeder Gruppe wird von einer Situation aus seiner/ihrer Praxis berichten, die ihm/ihr Fragen aufwirft und Schwierigkeiten bereitet. Anders als bei einer klassischen Falldarstellung besteht die Übung darin, etwa zehn bis fünfzehn Minuten lang frei assoziierend zu sprechen – ohne Vorbereitung und ohne theoretische Vorannahmen. Im Anschluss wird die Situation in der Gruppe erörtert.
Am 24. Januar haben wir zwei Gruppen gebildet, die zwei „Seminare” des Dispositivs „Trait du Cas/Das Eigene des Falles” entsprechen: ein Online-Seminar und ein Präsenzseminar. Eine Anmeldung für eines dieser Seminare oder die Gründung eines neuen Seminars ist noch möglich. Weiter oben in dieser Ankündigung finden Sie die entsprechende Schaltfläche, über die Sie sich auf der Website der FLG mit dem Vermerk „Online“ oder „Vor Ort“ anmelden können.
Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die bereits für eine Gruppe angemeldet sind, müssen sich nicht noch einmal anmelden. Sie erhalten einen permanenten Link. Bitte beachten Sie, dass dieser Link nur für den ersten Teil unserer Treffen gültig ist.
Zweiter Teil (15:30-16:30 Uhr): klinisches Seminar
Dieser Teil findet im Hybridformat statt und steht neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen. Wir werden weiterhin Texte lesen und unsere Überlegungen zu anderen klinischen Fragestellungen darlegen.
Das „entgleisende“ Sprechen, das sich von einem etablierten Diskurs emanzipiert, eröffnet einen Raum für die subjektive Wahrheit des Analysanden. Im Kontrast zur dogmatischen Wahrheit der Wissenschaft verschiebt es die Wahrheit hin zu einem dynamischen Prozess der Fiktion. Dies ist eine kurze Einführung in ein Kapitel aus dem Buch „L’invention du psychanalyste – Le trait du cas¹“, das ich diesen Samstag vorstellen werde. Die Teilnehmer*innen erhalten eine Übersetzung dieses Kapitels: S. 192–200; Bernard Brémond: „Leurre, vérité et fiction dans la pratique du psychanalyste”.
In diesem letzten Teil der klinischen Begegnung werden wir gelegentlich die Möglichkeit haben, den zweiten Moment des Dispositivs, der den Namen „Kartell“ trägt, zu erproben. Wir werden in einer größeren Gruppe gemeinsam auf die Erfahrungen aus den Seminaren „Eigenes des Falles“ zurückkommen – entweder direkt nach einem Treffen, wenn Fragen aufkommen, oder im Nachhinein mit einem eher theoretischen Ansatz.
Martine Gardeux, Bernhard Schwaiger
¹Claude Dumézil, Bernhard Brémond : L’invention du psychanalyste – Le trait du cas, ed. Érès, point hors ligne, 2010.