H.D. war eine der zentralen Dichterinnen des literarischen Modernismus und Imagismus. In ihrem Buch „Tribut to Freud“ schreibt H.D. über ihre Analyse bei Sigmund Freud, die in 1933 & 1934 stattgefunden hat.
„Das Buch mit seinem treffenden Titel ist sicherlich die entzückendste und kostbarste Würdigung von Freuds Persönlichkeit, die jemals geschrieben werden wird. Nur eine feinsinnige schöpferische Künstlerin konnte es verfassen. Es gleicht einer lieblichen Blume, und die plumpe Feder eines Wissenschaftlers zögert, sie zu entweihen, indem sie versucht, sie zu beschreiben. […] Es wird als das bezauberndste Schmuckstück der gesamten freudianischen biografischen Literatur weiterleben.“ – Ernest Jones.
„ […] liefert uns das beispiellose Porträt einer Analyse durch den Meister-Psychoanalytiker selbst. Tatsächlich ist mir kein Bericht eines Analysanden bekannt, der detailliertere Einblicke in seine Technik gewährt…„ – Norman N. Holland.
Mehr über H.D. und ihr Buch lesen:
- Literaturkritik.de: Von Göttern und Gütern
- Freud Museum London (2024): Hilda Doolittle and Freud
- „The Paris Review“: Fun with Freud
(1) „H.D. […] war eine der zentralen Dichterinnen des literarischen Modernismus und Imagismus. Sie stand in engem Kontakt mit Schlüsselpersönlichkeiten der internationalen Avantgarde, allen voran Ezra Pound, der früh ihr beispielloses Talent erkannte. ‘I hand you the REAL THING’ schrieb er 1912 an Harriet Monroe in einem Brief, dem einige Gedichte von H.D. beigeschlossen waren.“
(2) „Pound, H.D. and Aldington became known as the ‚three original Imagists’ and published a three-point manifesto proclaiming the edicts of Imagism. According to Pound:
‚We were agreed upon the three principles following: 1. Direct treatment of the ‚THING‘ whether subjective or objective; 2. To use absolutely no word that does not contribute to the presentation; 3. As regarding rhythm: to compose poetry in the sequence of the musical phrase, not in sequence of a METRONOM.‘“
(3) „Both Pound and Hilda Doolittle regarded their intimacy as ‚UNWHOLESOME,‘ but with [Frances] Gregg [als der GELIEBTEN DRITTEN] H.D. felt freed from being the “decorative” object inspiring Pound’s poems.“
Soll & kann Psychoanalyse mathema(Tisch), musikalisch (mit Takt & Rhythmus – mit Theodor Reik & Moustafa Safouan), präzise (aber nicht mit dem Schlag eines Metronoms), POETISCH in der klinischen Praxis & auch in der theoretischen Arbeit in und mit Minne & Muße gelebt werden?
Von dieser Frage geleitet, beginnen wir unsere Lektüre am 17. September genau eine Woche nach H.D.’s 140. Geburtstag (* in Bethlehem, Pennsylvania, aufgewachsen in der Herrnhuter Brüdergemeinde) und genau eine Woche vor ihrem 65. Todestag († in Zürich)
Ich freue mich mit Euch in gemeinsamer dichter & dichterischer lustbetonter Arbeit jetzt als Seminar fortzusetzen, was vor 20 Jahren mit den Student:innen der Bauhaus-Universität in Weimar & mir seinen ersten Start hatte.
Herzliche Grüße
Arndt Himmelreich
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Wer H.D.’s Buch über ihre Analyse bei Freud noch nicht haben sollte (wir lesen jeden Donnerstag die deutsche Übersetzung miteinander Satz für Satz – immer mit dem englischen Original daneben): ihr Buch ist inzwischen nur noch antiquarisch erhältlich (dabei sehr preiswert). Die deutsche Übersetzung bei zwei verschiedenen Verlagen ist jeweils die gleiche, aber es gibt zwei verschiedene Vorwörter: zwar ist das ältere Vorwort in der Taschenbuch-Ausgabe bei Ullstein zu bevorzugen, aber die neuere Ausgabe in der Schweiz (bei Engeler in Basel) bietet als Leinen-Ausgabe eindeutig einen um ein Vielfaches höheren Lese-Genuss!