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Arbeitsgruppen und Seminare 2018

Seminar VIII von Jacques Lacan, Die Übertragung 1960-1961

„Sprechen über und mit Begriffen der Psychoanalyse". 

Eine Art, den Begriffen näher zu kommen: sie benutzen, sie sprechen, übersetzen und besprechen, notieren, an Bekanntes anlagern und befremden. Im Seminar VIII von Jacques Lacan geht es um die Übertragung. „Ausgangspunkt ist das Gastmahl von Platon, jener rätselhaften Zusammenkunft in der griechischen Antike, in der man speiste, debattierte und nach festgelegten Riten möglichst nicht zu viel trank, nach Lacans Ansicht, weil man noch einen Kater vom Vorabend hatte oder eben nicht, schwierig zu ermitteln, vor allem aber um sich in illustrer Runde zu vergnügen. Wie jeder weiß geht es hier um die Liebe, genauer, wie in der antiken griechischen Mythologie üblich um die Knabenliebe." (Klappentext der Übersetzung von Gondek). Wir werden auch bei Freud und anderswo nachlesen.

Einstieg ist jederzeit möglich. 

Kosten: für Mitglieder der Freud Lacan Gesellschaft  sowie der Psychoanalytischen Bibliothek, Berlin, frei. Oder „Freund der Bibliothek" werden (10,- € jeden Monat auf das Konto der Bibliothek überweisen) - als „Freund der Bibliothek" frei. Oder einen Seminar-Beitrag von 25,- € auf das Konto der Freud Lacan Gesellschaft  Berlin überweisen. 

Veranstalter: Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin

Leitung: Karl-Josef Pazzini (pazzini@gmx.de), Georgette Schosseler-Prum (georgette.schosseler@gmail.com)

Anmeldung erforderlich!




›Ich sehe mich gezwungen‹
Zwang, Zwänge und die ›Not des Lebens‹

 
Ein öffentliches Seminar der Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin
Leitung: Claus-Dieter Rath
 

Samstag 17. November (17-19h):  

Claudia Lemke: Hamlet, Badiou, Hemmung, Zwang und der Geist des #me too

Lässt sich die metoo Debatte wie ein Symptom analysieren?
Was spricht sich dort und wie?

„Es ist Krieg“, titelt die ZEIT anlässlich des ersten Jahrestages von #metoo. Andernorts wird bereits das „Ende des Patriarchats“ (Margarete Stokowski, Rowohlt 2018) ausgerufen, während Catherine Deneuve in einer Petition vor dem Untergang des Flirtens warnt, und „neuen Puritanismus“ im „Klima einer totalitären Gesellschaft“ wittert (https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-01/metoo-catherine-deneuve-feminismus-sexismus).

Die Debatte scheint vom Geiste Hamlets umweht, und sollte es möglich sein, sie als Symptom zu analysieren, so könnte das begriffliche Werkzeug aus Jacques Lacans Seminar 6 Hamlet – „Das Begehren und seine Deutung“ (https://lacan-entziffern.de/wp-content/uploads/2018/10/Hamlet%202.pdf) und Alain Badious Ethik. Versuch über das Bewusstsein des Bösen. (Turia+Kant 2003) dabei hilfreich sein.

 

 

Eingeengt und bedrängt zu werden, in der Klemme zu stecken, ist nur eine von mehreren Wirkweisen des Zwangs, eine andere Dimension bilden Drang, Sucht, Obsession, eine weitere der Assoziationszwang und der Wiederholungszwang (Jacques Lacan klassifiziert die Wiederholung als einen der vier Grundbegriffe der Psychoanalyse). Herausragende Einrichtungen sind die Zwickmühlen des Zwangsneurotikers, die Zwangshandlungen und -rituale, Zwangsimpulse und Zwangsvorstellungen. Die ›Not des Lebens‹ (Ananke) umfasst bei Freud äußere und innere Arbeitsanforderungen an den psychischen Apparat. Zur Lebensnot tragen das Reale, der konstante Drang des Triebs, das ›Drängen des Buchstaben‹ ebenso bei wie das Joch der Zivilisation und der Aufwand, den Gesellschaften ihren einzelnen Mitgliedern zumuten, einschließlich sogenannter Sachzwänge. 

"Während des individuellen Lebens findet eine beständige Umsetzung von äußerem Zwange in inneren Zwang statt," schreibt Sigmund Freud 1915 und wird dies im Lauf von zwei Jahrzehnten zu einer hochkomplexen Dialektik von Kulturforderungen, Idealen des Kollektivs und des Einzelnen, Glücksansprüchen und Zerstörungslust ausbauen.
Wenn im Bereich der Zivilisationstheorie ab den dreißiger Jahren Norbert Elias daran anknüpfte, bezog er sich jedoch hauptsächlich auf Verschärfungen und Lockerungen von Verhaltensvorschriften. Doch kennt die klinische Theorie der Psychoanalyse darüber hinaus Eigenarten der Zwänge, die nicht nur ›zwingend‹, auferlegte Pflicht oder Härte gegen sich selbst sind: an den Zwangsgedanken oder -ritualen untersucht sie logische Strukturen, die Symptomcharakter haben und der Angstabwehr dienen, und der Wiederholungszwang beschäftigt sie u.a. als eine Grundlage sowohl der negativen therapeutischen Reaktion wie der Sublimierungsarbeit.
›Ich sehe mich gezwungen‹ kann auch ein Moment der Wahrnehmung dieser Momente im Laufe einer psychoanalytischen Kur sein.
Stellen wir uns der schwierigen Vermittlung der klinischen Erfahrung mit den Herausforderungen des heutigen Kulturprozesses!

 

Weitere Seminartermine, jeweils Samstag 17-19h:

 

8. Dezember:

Michaela Wünsch: Zwangsheterosexualität, Heteronormativität und sexuelle Differenz

Annette Runte: Ne devient pas fou qui veut. Von der transsexuellen Obsession zur 'transgender'-Diversität

 

Termine erstes Halbjahr 2019:

Zwang und Zwänge. Schwerpunkte: Wiederholung, Wiederkehr, Atavismus, Rückkehr zu, Regression
12. Januar 2019
16. Februar 
16. März
  6. April
18. Mai
15. Juni u. Sonntag 16. Juni (11h-14h)
 

Ort: Psychoanalytische Bibliothek Berlin
 
Hardenbergstr. 9, 10623 Berlin (Hinterhaus, Erdgeschoss). (www.psybi-berlin.de)
U2 Ernst-Reuter-Platz, S Savignyplatz, S, U2, U9 Zoologischer Garten
 
Teilnahmegebühren (neue Regelung): Wer nicht Mitglied der Freud-Lacan-Gesellschaft (FLG) ist, bezahlt 10€ pro Sitzung (Studenten u. Arbeitslose 5€).
 

Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin, RathCD@aol.com

 


  

Klein-Lacan-Dialoge 2

Seminar
Leitung: Ilsabe Witte & Robin Cackett

Das Seminar will durch Gegenüberstellung der beiden Autoren Klein und Lacan das theoretische Rüstzeug schärfen, das Analytiker und Analytikerinnen der beiden Traditionen zum Verständnis und zur Ausrichtung ihrer jeweiligen Praxis benutzen, und eine Debatte über Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen diesen beiden psychoanalytischen Denkern anstoßen. Wir lehnen uns dabei an eine 2010-2011 in London gehaltene Vortragsreihe an, die sich mit den Themen Ich, Objekt, Körper, Trauma, Affekte, Autismus, Symbolisierung sowie mit der Frage beschäftigt, weshalb der Dialog zwischen den beiden psychoanalytischen Schulen so schwierig ist.

Arbeitsgrundlage ist das Buch: The New Klein-Lacan-Dialogues, hrsg. Julia Borossa, Catalina Bronstein und Claire Pajaczkowska, London, Karnac Books, 2015

Termin: Monatlich, jeweils am 2. Mittwoch des Monats um 20.00 Uhr: 12.9., 10.10., 14.11., 12.12.2018

Ort: Psychoanalytische Bibliothek Berlin
 
Hardenbergstr. 9, 10623 Berlin (Hinterhaus, Erdgeschoss). (www.psybi-berlin.de)
U2 Ernst-Reuter-Platz, S Savignyplatz, S, U2, U9 Zoologischer Garten
 
Kosten: Seminar-Beitrag von 25,- € pro Halbjahr. Für Mitglieder der Freud-Lacan-Gesellschaft sowie der Psychoanalytischen Bibliothek frei. 

Anmeldung erwünscht.

Kontakt: Robin Cackett, Tel. 0179-11264113

 


 

Séminaire livre I, Jacques Lacan. Les écrits techniques de Freud. (1953-1954).

Jeden letzten Freitag im Monat. Adresse : 14, rue d’Anvers  L-1130 Luxemburg

Le Séminaire, livre I Les écrits techniques de Freud : Texte établi par Jacques-Alain Miller

Le maître interrompt le silence par n'importe quoi, un sarcasme, un coup de pied. C'est ainsi que procède dans la recherche du sens un maître bouddhiste, selon la technique zen, car il appartient aux élèves eux-mêmes de chercher la réponse à leurs propres questions. Le maître n'enseigne pas ex cathedra une science toute faite, il apporte la réponse quand les élèves sont sur le point de la trouver. Cet enseignement est refus de tout système. Il découvre une pensée en mouvement - prête néanmoins au système, car elle présente nécessairement une face dogmatique. La pensée de Freud est la plus perpétuellement ouverte à la révision. C'est une erreur de la réduire à des mots usés. Chaque notion y possède sa vie propre. C'est ce qu'on appelle précisément la dialectique. (Ouverture du Séminaire)

 
Infos pratiques

Les rendez-vous sont prévus pour chaque dernier vendredi du mois. Les débats se font en luxembourgeois, en allemand et en français.

Dates pour l’année 2018: 26.01 / 23.02 / 30.03 / 27.04 / 25.05 / 29.06 / 27.7 /…/ 28.09 / 26.10 / 30.11 / 28.12 /

Adresse: 14, rue d’Anvers, (Place de Paris), L- 1130 Luxembourg

Renseignements et inscription: +352 621 24 35 47 / +49 (0)162 100 88 99

(Veranstalter: Freud-Lacan-Gesellschaft, Berlin)

 

  

_ L'étourdit _ Texte de Jacques Lacan, 1972. Lektüregruppe in französischer Sprache.

„Les-tours-dits de Lacan illustrent à l'envi la différance, le trait unaire (signifiant), l'objet du désir de l'analyste qui ne se situe pas dans les dits et entendus, ni dans le discours de l'analyse (qui tient analyste et analysant, plus qu'il n'est par eux produit), mais dans le dire de ce dernier, lorsque se tarissent les associations, lorsque, épuisée la signification (imaginaire), et asséché le sens ( symbolique), il bute sur le réel, sur l'ab-sens qui est coupure: sexe („il n'y a pas de rapport sexuel"), dans l'épiphanie du transfert et de son semblant." (Christian Fierens, „Le discours psychanalytique: Une deuxième lecture de L'étourdit")

Textgrundlage: Jacques Lacan (1972): „L'étourdit" in: „Autres écrits", Éditions du Seuil, Paris.

Beginn: Donnerstag, dem 12. Januar von 19:00 bis 21:00Uhr.

Monatlicher Turnus ( Termine im Kalender der Psychoanalytischen Bibliothek)
(www.psybi-berlin.de)

Anmeldung erforderlich!

Adresse: Psychoanalytische Bibliothek Berlin_ Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan. Hardenbergstr. 9 10623 Berlin.

Leitung: Georgette Schosseler-Prum (georgette.schosseler@gmail.com)

Kosten: für Mitglieder der FLG sowie der PsyBi frei. Oder „Freund der Bibliothek" werden (10,- € jeden Monat auf das Konto der Bibliothek überweisen) - als „Freund der Bibliothek" frei. Oder einen Seminar-Beitrag von 25,- € auf das Konto der FLG überweisen.

Veranstalter: Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin

 


 

Arbeitsgruppe: Lacans Seminar

Initiatorinnen: Christiane Buhmann, Ilsabe Witte

Wir lesen von J.Lacan das Seminar 6: Das Begehren und seine Deutung.

Neue Teilnehmer sind willkommen.

Termine / Ort: Die Treffen finden etwa alle drei Wochen abwechselnd bei einzelnen Teilnehmern statt.

Kosten: frei für Mitglieder,  25.- €  für Nichtmitglieder / Veranstaltungsjahr

Kontakt: Christiane Buhmann, Tel. 030 2135263; Ilsabe Witte, Tel. 030 7849781

 


 

Seminar zum Objekt a

Leitung: Anne-Marie von Lieres

Freud blieb am „Fels der Kastration/ roc de la castration“ stehen. Lacan versuchte hier mit dem Objekt a, das er als seine eigene Erfindung betrachtete, weiterzukommen. Der Fels/ roc ist das a, behauptete er. Indem Lacan das Objekt a als Ursache und nicht als Ziel des Begehrens auffasste, änderte er die gewöhnliche Perspektive des Objekts in der psychoanalytischen Theorie. Laut Lacan hat das Subjekt keine Vorstellung von diesem Objekt a. Nur die Angst/ l’angoisse des Subjekts signalisiert dessen unbeschreibliche Anwesenheit. In Lacans Seminar X: L’angoisse (1962-63) wird das Objekt a in vier Stufen vorgestellt: als Brust, Kothäufchen, Blick und Stimme. Letztendlich bleibt es aber unvorstellbar. Das Objekt a hat gleichwohl Wirkungen/ effets auf das Reale des Subjekts und ist deswegen zentral in der psychoanalytischen Arbeit. 

Unsere Lektüregruppe wird sich mit verschiedenen Texten Lacans über das Objekt a auseinandersetzen, besonders mit Seminar X und Seminar XI sowie mit Texten von Autoren, die sich mit diesem Thema befasst haben. Die Gruppe wird in Deutsch und Französisch stattfinden.

Termine: jeweils am letzten Mittwoch des Monats um 19.30 (28. Februar, 28. März, 25. April, 30. Mai, 27. Juni 2018)
Ort: Psychoanalytische Bibliothek Berlin
Hardenbergstr. 9, 10623 Berlin (Hinterhaus, Erdgeschoss). (www.psybi-berlin.de)
U2 Ernst-Reuter-Platz, S Savignyplatz, S, U2, U9 Zoologischer Garten